Das liebe Getier oder wir ziehen weiter

Eine andere Augenhöhe, eine neue Tageszeit
Bergedorf halb 9 und wir unterwegs,
ausschlafen gewollt passè.
Die Häuserfassaden einen Meter über dem Boden genau wie in Berlin,
die Wasservögel überall zuhause,
das Schloss auch für kleine Mäuse spannend
mit Erzählrundgang, durch die Gänge rennen,
auf der Vierlande-Karte am Boden auf Erkundungstour,
alte Eimer und die Galerie der Kinder.
Frau Neffs Kunst auch für die Eule spannend:
Fische und Blüten, Vögel und Sonnenaufgänge –
sind da nicht zwei Kühe versteckt?

Morgens schieben viele Muttis ihre Kleinen irgendwohin,
die Läden geschlossen und beim Hansebäcker
gibt‘s um die Zeit sogar noch Schokoladenfranzbrötchen.

Die Fischtreppe und seit langem mal wieder eine schlohweiße Ente im Blick.
Ist da nicht ein Fisch gewesen und da noch einer?

Am Kaiser Wilhelm Platz am Springbrunnen gibt es:
Echsen, Schlangen, Löwen und wenn der Wind dreht Sprühregen,
wir harren lange aus.

Am angrenzenden Markt Kürbisse der Renner und
Blumen, wie sie duften, jede anders und Peperoni,
die wie Möhren aussehen, in Wolkenrichtung wachsen.

Mittagschlafzeit ist Schlosszeit.
Ich schreibe drei Seiten, tippe und überarbeite anderntags Verfasstes.
Im Wissen um die begrenzte Zeit gelingt konzentriertes
Arbeiten. Gerade will ich den Rechner schließen,
werde ich auch schon abgeholt: Spielplatzzeit am Schloss.
Mit einem erstmals erlebten Drehwurm ziehen wir weiter.
Schillerpromenade auch für die Kleinsten geeignet.
Ein Ball rettet den Nachmittag.
Unter Wundern und Staunen über Betreuungszeiten -
als tolle Idee befunden.

Es wird kälter und wir düsen heim –
sattgesehen und abendbrotshungrig,
Bergedorf mit Kind anders, andersschön, schön!

Nachti, nachti